Iran-Konflikt und Straße von Hormus: Folgen für KMU und wattline-Mitglieder

Philip Gutschke
Bereichsleiter Energie­beschaffung

zuletzt aktualisiert: 07.09.2026

LNG-Tanker

Kurz und knapp

  • Was passiert ist: Seit dem Sommer 2025 eskaliert der Konflikt im Nahen Osten rund um die Straße von Hormus. Am 28. Februar 2026 wurde die Meerenge gesperrt. Seither ist der Schiffsverkehr durch das wichtigste Nadelöhr für Rohöl und Flüssigerdgas massiv gestört, eine schnelle Normalisierung ist nicht in Sicht.

  • Wie die Preise reagiert haben: Der europäische Gaspreis hat sich seit Beginn des Konflikts nahezu verdoppelt und erreichte im März 2026 mit über 59 EUR/MWh den höchsten Stand seit über drei Jahren. Seither schwankt der Markt im Takt der politischen Signale, bleibt aber deutlich über dem Vorkrisenniveau.

  • Der sensibelste Punkt der Preiskurve ist das Gas-Frontjahr, also der Preis für die kommende Beschaffungsperiode. Es reagiert auf jede Zuspitzung deutlich stärker als die weiter entfernten Lieferjahre.

  • Was das für KMU heißt: Kleine und mittlere Unternehmen können Preissprünge nicht über Rücklagen abfedern, jede Bewegung bei der Energie schlägt direkt auf die Marge. Eine vorausschauende Beschaffung, etwa über eine Energie-Einkaufsgemeinschaft, ist damit keine Option, sondern eine Notwendigkeit.

  • wattline hat bereits zwischen Dezember 2025 und Februar 2026, also noch vor der Sperrung, Tausende Erdgasverträge für seine Mitglieder abgeschlossen, zu Konditionen, die auch nach den Marktbewegungen der folgenden Monate unterhalb der am Markt verfügbaren Preise liegen.

Der Energiemarkt ist ein äußerst sensibles System. Er reagiert auf Wetter, Speicherstände, Wirtschaft und auf geopolitische Ereignisse mit einer Intensität, die zeigt, wie stark Europa inzwischen von globalen Entwicklungen abhängig ist.

Seit dem Sommer 2025 erleben wir eine Eskalationsspirale im Nahen Osten, deren Folgen an den europäischen Energiemärkten deutlich spürbar wurden. Dieser Beitrag ordnet die Entwicklung bewusst aus Sicht des Energiemarkts ein: wie sich der Konflikt Schritt für Schritt zugespitzt hat, wie die Energiepreise darauf reagiert haben und was daraus für die Beschaffung in kleinen und mittleren Unternehmen folgt. Er fasst die Entwicklung von den ersten Spannungen im Sommer 2025 bis in den Herbst 2026 zusammen.

So hat sich der Konflikt entwickelt

Die Eskalation verlief nicht in einem einzigen Sprung, sondern in mehreren Stufen. Der Überblick zeigt, wie aus einer geopolitischen Spannung ein dauerhafter Preistreiber am Energiemarkt wurde:

Sommer 2025: Der Konflikt im Nahen Osten verschärft sich. An den Energiemärkten legt sich eine erste Risikoprämie auf die Preise, weil eine Störung der Lieferwege aus dem Persischen Golf nicht mehr auszuschließen ist.

Dezember 2025: Mehrere internationale Spannungsfelder deuten darauf hin, dass das Preisniveau im Gasmarkt weiter unter Druck bleibt. Für vorausschauende Marktteilnehmer ist das der Zeitpunkt, an dem sich Absicherung aufdrängt.

28. Februar 2026: Die Straße von Hormus wird gesperrt. Damit ist der einzige direkte Seeweg aus dem Persischen Golf in den offenen Ozean blockiert, das zentrale Nadelöhr für einen erheblichen Teil des weltweiten Öl- und LNG-Handels.

18. und 19. März 2026: Raketenangriffe treffen die Ras-Laffan-Industrieanlage in Katar. Rund 17 % der katarischen LNG-Exportkapazität fallen dadurch voraussichtlich für drei bis fünf Jahre aus. Das erwartete Angebotswachstum am globalen LNG-Markt verschiebt sich deutlich nach hinten, ein Schaden, der weit über den Tag hinaus wirkt. In der Folge verlängerte QatarEnergy die Force-Majeure-Erklärung für LNG-Lieferungen bis in den Oktober, und der Konzern musste zeitweise sogar Ladungen aus den USA zukaufen, um Ausfälle auszugleichen.

Frühsommer 2026: Der Markt beruhigt sich zwischenzeitlich, getragen von Verhandlungs- und Memorandum-Hoffnungen. Auf jede Annäherung folgt jedoch ein Rückschlag, unter anderem, als diese Hoffnungen politisch wieder zurückgewiesen werden.

Spätsommer 2026: Die Lage eskaliert erneut, vor allem an der Schifffahrtsfront. Der Iran droht 46 Schiffen, darunter mehreren LNG-Tankern, wegen aus seiner Sicht unerlaubter Passagen mit Geldstrafen, Beschlagnahmung oder Konfiszierung. Wie stillgelegt die Route ist, zeigt eine Zahl des Datendienstes Kpler: Seit Anfang Juli wurden nur noch 26 Durchfahrten registriert. Die USA verlagern ihren Fokus derweil von militärischen Maßnahmen hin zu Wirtschaftssanktionen. Ob diese wirken, hängt vor allem davon ab, ob Washington bereit ist, auch gegenüber China als wichtigstem Handelspartner Irans hart vorzugehen.

Spätsommer und Herbst 2026: Mit der neuen Eskalation ziehen die Preise noch einmal kräftig an. Vor allem Strom und die kurzfristigen Gaskontrakte erreichen ihre höchsten Stände seit Beginn des Konflikts, und die Gasspeicher füllen sich langsamer als in den Vorjahren.

Zwei Muster prägen die Lage seither dauerhaft. Erstens bleibt der Schiffsverkehr durch die Meerenge massiv gestört: Viele Schiffe schalten ihre Transponder ab, LNG-Tanker bleiben überwiegend im Persischen Golf oder fahren unbeladen ein, und eine zügige Normalisierung der Transporte ist nicht absehbar. Zweitens schwankt der Markt im Takt der politischen Signale, ohne dass die grundlegende Anspannung nachlässt.

So haben sich die Energiepreise entwickelt

Der Preisverlauf lässt sich in vier Phasen lesen: Anstieg, Zuspitzung, ein Auf und Ab im Takt der Politik und ein erneuter Sprung auf neue Höchststände.

Der Anstieg: Mit Beginn des Konflikts legte sich eine wachsende Risikoprämie auf die europäischen Gaspreise. Bis zum Frühjahr 2026 hatte sich der Gaspreis seit Konfliktbeginn nahezu verdoppelt.

Die Zuspitzung: Haupttreiber des kräftigsten Anstiegs waren die Sperrung der Straße von Hormus am 28. Februar sowie die Raketenangriffe auf Ras Laffan im März. Der Angriff wirkte sich unmittelbar auf die TTF-Gas-Frontjahre aus: Das Frontjahr 2027 stieg allein dadurch um 18 %, die Jahre 2028 und 2029 um 16 beziehungsweise 6 %. Im März 2026 erreichte der europäische Gaspreis mit über 59 EUR/MWh den höchsten Stand seit über drei Jahren.

Das Auf und Ab: Danach bewegte sich der Markt im Takt der politischen Signale. Auf Verhandlungshoffnungen folgten Korrekturen nach unten, auf jede neue Eskalation ein Anstieg. Das Niveau blieb dabei durchgehend klar über dem Vorkrisenstand.

Der erneute Höchststand: Bis in den Spätsommer und Herbst 2026 zog der Markt noch einmal kräftig an. Im September 2026 übersprang das Gas-Frontjahr sein bisheriges Jahreshoch aus dem März und markierte mit über 50 EUR/MWh ein neues Jahreshoch. Der Strompreis für das Lieferjahr 2027 überschritt erstmals seit Januar 2023 die Marke von 120 EUR/MWh, der Gas-Winterkontrakt lag über 70 EUR/MWh. Der Ölpreis Brent bewegte sich mit über 90 USD je Barrel darunter, aber ebenfalls klar über dem Niveau vom Jahresanfang.

Am aussagekräftigsten ist die Struktur der Preiskurve. Das Frontjahr, also die nächste Lieferperiode, reagiert deutlich stärker als die weiter entfernten Jahre. Genau das zeigte der Ras-Laffan-Effekt: 18 % beim Frontjahr 2027 gegenüber 6 % beim Jahr 2029. Für die Beschaffung heißt das: Der Preis für das kommende Lieferjahr ist der sensibelste Hebel im gesamten Einkauf, und der Zeitpunkt, zu dem er gesichert wird, entscheidet über einen großen Teil der Energiekosten.

Was bedeutet das für KMU?

Kleine und mittlere Unternehmen trifft eine angespannte Marktlage besonders hart. Während Großkonzerne Kostenschocks über Rücklagen oder Absicherungsstrategien abfedern können, schlägt jede Preisbewegung bei der Energie direkt auf die Marge.

Der Verlauf der letzten Monate zeigt, wie schnell die Stimmung kippen kann, in beide Richtungen. Auf hohe Niveaus folgten Gegenbewegungen, auf jede Entspannung neue Aufschläge. Verlässlich blieb nur eines: Die Notierungen liegen weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau, und die strukturellen Schäden an der Ras-Laffan-Anlage in Katar wirken langfristig. Solange die Energiepreise erhöht bleiben und die Produktionskosten steigen, bleibt auch der Inflationsdruck ein Risiko für die kommenden Monate.

Für ein Unternehmen, das seine Energie kurzfristig am Spotmarkt beschafft, bedeutet das ein doppeltes Risiko: beim Preis und bei der Menge. Nicht ohne Grund warnte der Branchenverband BDEW große Verbraucher ausdrücklich davor, sich für den Winter allein auf den Spotmarkt zu verlassen, und auch Goldman Sachs sah Aufwärtsrisiken für die europäischen Gaspreise im Winter. Wer dagegen frühzeitig und strukturiert einkauft, nimmt genau die Risikoprämie aus der Rechnung, die der Konflikt in den Markt gebracht hat.

Gerade in einer solchen Lage ist eine professionelle und vorausschauende Energiebeschaffungsstrategie, zum Beispiel innerhalb einer Energie-Einkaufsgemeinschaft, für KMU keine Option, sondern eine Notwendigkeit.

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Welche Risikofaktoren den Markt 2026 zusätzlich prägten

Der Iran-Konflikt ist der stärkste, aber nicht der einzige Treiber. Mehrere strukturelle Faktoren halten den Druck auf die Energiemärkte hoch:

Wetter und Klima

Wiederkehrende El-Niño-Phasen erhöhen über den Kühlbedarf in Asien den weltweiten Wettbewerb um LNG-Mengen. In heißen und trockenen Sommern kommen zwei Effekte in Europa hinzu: Niedrigwasser an Rhein und anderen Flüssen verteuert den Transport von Kohle und stützt so die Strompreise, und Frankreich muss wegen zu warmer Flüsse regelmäßig seine Kernkraftproduktion drosseln. Im Sommer 2026 fiel der Pegel Kaub am Mittelrhein auf einen Rekordwert von nur 6 Zentimetern, nach 128 Zentimetern ein Jahr zuvor, und der französische Konzern EDF drosselte am Kraftwerk Chooz zeitweise 3 GW Leistung.

Ölpuffer

Die Krise traf einen Markt mit ohnehin knappen Reserven. Zeitweise fielen die strategischen Ölreserven der USA auf den niedrigsten Stand seit 1983, was den Markt anfälliger für Preissprünge machte.

Winter-Gasversorgung

Vor jeder Heizsaison rückt der Füllstand der Speicher in den Fokus. Intensive Wartungswellen beim größten EU-Gaslieferanten Norwegen, gerade im Herbst, schränken die Exportkapazität just dann ein, wenn Europa jedes Molekül für die Speicher braucht. Bei einem kalten Winter steigen die Aufwärtsrisiken für die Gaspreise zusätzlich.

Mittelfristiges LNG-Angebot

Ab Juli 2027 beschränkt Australien, drittgrößter LNG-Exporteur weltweit, seine Exporte, indem Exporteure 20 % ihrer Mengen für den heimischen Markt reservieren müssen. Das verknappt das globale Angebot zusätzlich. Gleichzeitig hält die EU an ihrem Ziel fest, russisches LNG aus dem europäischen Energiemix zu verdrängen, was das Angebot mittelfristig weiter verengt.

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Positiv wirken dagegen der Ausbau neuer Kapazitäten und die staatliche Vorsorge. Am Golden-Pass-Terminal in Texas wurde erstmals LNG produziert, die Anlage soll künftig große Mengen liefern. Deutschland bereitet über das staatliche Unternehmen Sefe langfristige LNG-Lieferverträge für die Jahre 2027 bis 2036 sowie den Aufbau einer strategischen Gasreserve vor. Diese Projekte entlasten den Markt allerdings erst mit einigem zeitlichen Vorlauf.

Welche Rolle spielt die Straße von Hormus im weltweiten Erdgas- und Erdölhandel?

Kurz gesagt: Die Straße von Hormus ist eine der weltweit wichtigsten Meerengen. Sie fungiert als Nadelöhr für den Transport von Rohöl und Flüssigerdgas (LNG) aus dem Persischen Golf, da sie den einzigen direkten Seeweg aus dieser Region in den offenen Ozean darstellt.

Hier die zentralen Fakten:

  • Etwa 20 % des weltweiten Erdölhandels
    Täglich werden etwa 17 bis über 20 Millionen Barrel Rohöl, Kondensate und Ölprodukte durch die Meerenge transportiert. Das entspricht ungefähr einem Fünftel bis einem Viertel des weltweiten Seehandels mit Erdöl.

  • Knapp 25 % des weltweiten Erdgashandels
    Etwa ein Viertel des global gehandelten Flüssigerdgases passiert diese Route, vor allem Lieferungen aus Katar, einem der weltweit wichtigsten LNG-Exporteure.

  • Abhängigkeit vieler asiatischer Länder

    Mehr als 80 % der Ölexporte aus dem Persischen Golf gehen nach Asien vor allem nach China, Indien, Japan und Südkorea. Diese Länder sind auf stabile Transportwege durch die Meerenge angewiesen.

  • Abhängigkeit der Exporteure
    Ländern wie dem Irak, Kuwait, Katar und dem Iran stehen praktisch keine nennenswerten alternativen Exportrouten zur Verfügung. Nicht einmal Saudi-Arabien und die VAE können mehr als einen Teil ihrer Produktion über Pipelines am Landweg an der Meerenge vorbeileiten.

Welche Folgen hat die Sperrung der Meerenge für Deutschland?

Obwohl Deutschland nicht direkt von Lieferungen aus der Golfregion abhängig ist, hat die eingeschränkte Passage durch die Straße von Hormus spürbare wirtschaftliche Folgen für die Bundesrepublik.

Die physische Versorgung beim Erdgas wird primär über Pipelines aus Norwegen (44 %) und den Niederlanden (24 %) sowie über LNG-Importe aus den USA (59 % der LNG-Mengen) gedeckt. Auch beim Erdöl ist die Bezugsstruktur breit gestreut. Indirekt wirkt sich die Lage trotzdem aus:

Indirekt wirkt sich die Lage trotzdem auf Deutschland aus:

Da Öl und Gas auf einem global integrierten Markt gehandelt werden, konkurrieren deutsche Abnehmer mit asiatischen Käufern, vor allem aus China und Indien, um die verbleibenden Mengen. Das treibt die Preise an den europäischen Handelsplätzen TTF und THE.

Wie weit die Folgen reichen, zeigte sich sogar am Panamakanal. Dort stauten sich die Schiffe zeitweise bis zu zwei Wochen, und ein südkoreanischer Gaskonzern zahlte für einen garantierten Schleusenplatz eine Rekordsumme von 5,3 Millionen Dollar, ein Ausweichmanöver, das indirekt auf die Verwerfungen im Nahen Osten zurückging.

Besonders im Blick: die Winterversorgung

Die deutschen Gasspeicher füllten sich 2026 spürbar langsamer als üblich. Zum Ende des Sommers lag der Füllstand bei rund 50%, knapp 20 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von etwa 70 %.

Der Grund liegt im Preis selbst: Bei hohen Notierungen und ungünstigen Marktspreads lohnte sich die Einspeicherung kaum. Die Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe revidierte ihre Sommerprognose deshalb und rechnete vor dem Winter nur noch mit rund 70 % Füllstand, statt der sonst angestrebten 80 % und mehr. Für einen kalten Winter ist das ein schmaler Puffer, der die Preise zusätzlich anfällig macht.

Eine nachhaltige Entspannung an der Straße von Hormus könnte hier Druck nehmen, sofern die Gaspreise wieder auf ein niedrigeres Niveau zurückkehren. Solange die Eskalation anhält, erschwert das hohe Preisniveau eine ausreichende Befüllung.

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Gibt es Länder, die von der Sperrung der Straße von Hormus profitieren?

Direkte Gewinner der Krise sind Akteure, die Energie außerhalb der Golfregion fördern oder alternative Transportwege besitzen.

Dazu zählen beispielsweise Ölproduzenten wie die USA, Brasilien oder Norwegen. Sie sind weniger abhängig vom Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus und können bei Lieferengpässen schneller einspringen. Auch Russland zählt zu den Profiteuren, da ein Teil seiner Exporte über Pipelines und Routen abseits der Meerenge läuft.

Solange der Schiffsverkehr durch Hormus stark gestört bleibt, bleibt die Meerenge ein zentraler Preistreiber, und der Vorteil der alternativen Produzenten besteht fort.

wattline hat frühzeitig neue Lieferverträge abgeschlossen

Die vergangenen Monate waren von zunehmender geopolitischer Unsicherheit und steigenden Risikoprämien an den Energiemärkten geprägt. Bereits im Dezember 2025 deutete sich an, dass mehrere internationale Spannungsfelder das Preisniveau im Gasmarkt weiter beeinflussen könnten.

Vor diesem Hintergrund hat wattline im Rahmen der Einkaufsgemeinschaft fix zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 für Tausende Mitglieder langfristige Erdgasverträge abgeschlossen. Die Grundlage bildete keine kurzfristige Spekulation, sondern eine strukturierte Marktanalyse sowie eine klare Abwägung der potenziellen Preisentwicklung:

Das Risiko nach oben war deutlich größer als die marginale Chance nach unten.

Während andere Marktteilnehmer die unsicheren Phasen abwarteten, organisierten wir bereits den Abschluss neuer Lieferverträge. Unser Ziel war es: Risiken frühzeitig zu begrenzen, Unternehmen vor starken Preissprüngen zu schützen und wettbewerbsfähige Preise mit maximaler Planungssicherheit zu sichern.

Die Marktentwicklung seit der Sperrung bestätigt diese Strategie.
Trotz zwischenzeitlicher Korrekturen auf Verhandlungshoffnungen und bis in den erneuten Preisanstieg im Herbst 2026 hinein lagen die am Markt gehandelten Konditionen durchgehend oberhalb der für die Mitglieder gesicherten Preise. Für Unternehmen, die vorausschauend planen, gilt dieselbe Logik wie damals: Wer die Beschaffung einer Einkaufsgemeinschaft anvertraut, sichert sich Zugang zu Konditionen und einem Timing, das im Alleingang kaum zu erreichen ist.

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Bildquellen: Foto von Daniel Schuh auf Unsplash